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Montag, 6. September 2010
Die Schande von Bad Reichenhall PDF Drucken E-Mail
Montag, 31. Dezember 2007
Soldatengedenkstätte wurde dem Erdboden gleichgemacht

In der vorletzten Oktoberwoche 2007 wurde in aller Stille und Heimlichkeit die im Bad Reichenhaller Ortsteil Karlstein befindliche Gedenkstätte »Am Kugelbach«, dem Erdboden gleichgemacht. Dieses Mahnmal erinnerte seit 1945 an den Mord an 12 französischen Kriegsgefangenen, welche im Zweiten Weltkrieg auf deutscher Seite mitgekämpft hatten.
Diese Schandtat reiht sich ein in eine inzwischen gängige Praxis der verantwortlichen Kaste in der BRD, welche einerseits ohne moralische Skrupel ehemalige Gedenkstätten regelrecht »platt« macht, andererseits Hunderte von Mahnmalen zu den Themen »Holocaust« und »Naziverbrechen« zu Lasten der Steuerzahler in die Landschaft stellen läßt. Bei dem schändlichem Vorgehen in Bad Reichenhall, kann man nur hoffen, daß das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.
Zur Geschichte der Gedenkstätte: Die Haager Landkriegsordnung und das Völkerrecht verbieten grundsätzlich die nachträgliche grundlose Erschießung von Kriegsgefangenen. Dennoch wurden diese Kriegsverbrechen in den letzten Monaten des Zweiten Weltkrieges von den Westalliierten unzählige Male verübt, weil sie als die späteren Sieger keine Vergeltung mehr von dem zerfallenden Deutschland zu fürchten hatten.
Ein besonders schändliches Verbrechen trug sich am 8. Mai 1945 (!) in Bad Reichenhall zu. Verantwortlich dafür war der französische General Leclerc, der sich schon vorher in Frankreich wie bei seinem Zug durch Süddeutschland zahlreiche Kriegsverbrechen hatte zuschulden kommen lassen, u.a. in Germersheim, im Schwarzwald, in Neu-Ulm und im Chiemgau, insbesondere auch im oberbayerischen Siegsdorf.
Nachdem am 29. April 1945 die Reste der 38. SS-Panzer-grenadierdivision »Nibelungen« versuchten, den amerikanischen Streitkräften den Übergang über die Amper- und Isarbrücken bei Moosburg zu versperren, wurde ein Teil des dieser Division zugeteilten Sturmbataillons der französischen SS-Division »Charlemagne« versprengt. Diese hatten sich dann kampflos den Amerikanern ergeben und wurden zusammen mit anderen deutschen Kriegsgefangenen in der Kaserne der Gebirgsjäger in Bad Reichenhall interniert. Auf die Nachricht, daß ihre Bewacher von gaullistischen Truppen abgelöst werden sollten, beschlossen sie die Flucht. Es gelang ihnen auch, durch die Umzäunung der Kaserne in ein nahegelegenes Wäldchen zu entkommen. Aber die Flucht wurde entdeckt, und sie wurden kurz darauf von zwei gaullistischen Kompanien umzingelt und unter starker Bewachung zurückgebracht.
Die französischen SS-Angehörigen hatten gegenüber ihren Landsleuten eine besonders trotzige Haltung. Sie hatten einem französischen Offizier, der ihnen vorwarf, sie hätten die Uniform der »Boches« (Deutschen) angezogen, geantwortet, daß er sich in der Uniform der Amerikaner wohl auch ganz wohlfühle.
Bei diesem Offizier handelte es sich um keinen geringeren als General Leclerc persönlich. Bildaufnahmen beweisen, daß Leclerc vor den SS-Angehörigen in amerikanischer Montur stand. Schließlich gab der General selbst den Hinrichtungsbefehl und führte vorher auch das Verhör durch.
Am Nachmittag des 8. Mai wurden sie auf LKWs nach Karlstein, das heißt an der Straße nach Kugelbach, gebracht. Eines der Opfer hatte Durst, aber man verweigerte ihm jeden Schluck Wasser. Als man sich anschickte, den Männern in den Rücken zu schießen (!), protestierten diese heftig, worauf sie das Recht erhielten, sich frontal zu stellen. Einer der Gefangenen lehnte den kirchlichen Beistand ab, drei andere erklärten, für ihre Familien keine letzte Nachricht abgeben zu wollen. Unter den übrigen war mindestens einer, der seine Familie bat, den Mördern zu verzeihen.
Die Erschießung geschah in drei Etappen zu je vier Mann. Die letzten sahen die Kameraden fallen. Alle weigerten sich, ihre Augen verbinden zu lassen, und fielen mit dem Ruf: »Es lebe Frankreich!« Unter den letzten waren Leutnant Briffault und SS-Grenadier Payras. Laut Zeugenaussagen fand die Erschießung ohne Urteil gegen 17.00 Uhr statt, nur wenige Stunden vor dem Inkrafttreten des Waffenstillstandes.
Die Leichen blieben an dem Platz liegen und wurden erst drei (!) Tage später auf Bitten des französischen Paters Gaume von amerikanischen Soldaten bestattet. Die Gräber wurden mit Holzkreuzen versehen. Die Ermordeten wurden dann 1949 exhumiert und 1963 ein zweites Mal umgebettet. Sie liegen heute auf dem Friedhof St. Zeno in Bad Reichenhall neben der Gedenktafel für die im ersten Weltkrieg gefallenen Reichenhaller Bürger. Acht der Toten gelten immer noch als »vermißt«, da sie ihren Namen nicht nannten – vermutlich weil sie ihre Angehörigen in Frankreich vor Repressalien schützen wollten.
Die Erschießungsstelle selbst war mit einer Einfriedung und einem Metallkreuz (Marterl) versehen, dessen Inschrift lautete: »Hier starben am 8. Mai 1945 12 Soldaten der Division Charlemagne. Franzosen und Deutsche haben sich über den Gräbern versöhnt. Mögen die Völker der Welt sich nie mehr als Feinde begegnen.«
Bis einschließlich 2007 fand jährlich um den Jahrestag der Ermordung eine Gedenkfeier am Tatort statt. In den letzten beiden Jahren haben die Auflagen, Schikanen und Verbote zur Durchführung der Feier eine Schärfe erreicht, die einer Repression gleichkommt. Die Stadtoberen von Bad Reichenhall gingen wohl davon aus, daß mit dem Wegsterben der unmittelbar Betroffenen sich die Sache von selbst erledigen würde. Dank der Bereitschaft und Ausdauer junger nationaler Kräfte wurde dieses Ansinnen in gewissem Maße vereitelt.
Weil es den Herrschenden im schwarzen »Freistaat« nun gar nicht paßte, daß Erinnerungen an alliierte Verbrechen von der Erlebnisgenerationen an die junge Generation weitergegeben werden, wurde auch die Gedenkstätte in Bad Reichenhall in einer Nacht- und Nebelaktion rigoros eingeebnet.
Damit wird die schon krankhafte Hilflosigkeit des BRD-Systems immer deutlicher.

Uwe Brunke (KV Traunstein / Berchtesgadener Land)

Quelle: Deutsche Stimme
 
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