30.01.2012
„Facebook-Skandal um Boris Rhein“ titelte BILD-Frankfurt (online) bereits am späten Sonntagabend. Hintergrund der reißerisch aufgemachten Berichterstattung ist die Tatsache, daß der hessische Innenminister und Kandidat für das Amt des Frankfurter Oberbürgermeisters, Boris Rhein (CDU), dem ehemaligen Vorsitzenden der DVU-Jugendorganisation „Junge Rechte“ via Facebook eine „Freundschaftsanfrage“ geschickt haben soll. Rhein hat dies wohl indirekt bestätigt, entsprechende Passagen des genannten BILD-Artikels lassen jedenfalls darauf schließen.
Der unbefangene Beobachter fragt sich angesichts dieser Petitesse wirklich, ob es für den bundesdeutschen „Qualitätsjournalismus“ keine wichtigeren Probleme gibt. Zum Beispiel solche, die die Frankfurter Kommunalpolitik betreffen. Boris Rhein selbst übt sich angesichts des BILD-Artikels übrigens eilfertig in Distanzierungsrhetorik, nicht er selbst, sondern ein „Wahlkämpfer“ welcher die Facebook-Seite mitbetreut, sei an allem schuld.
Wir werden jedenfalls gespannt sein, wie und ob sich der angeblich so konservative CDU-Mann darüber empört, daß ihn, bzw. sein Facebook-Profil, immerhin drei gemeinsame „Freunde“ auch mit dem hessischen NPD-Landesvorsitzenden Jörg Krebs, der auch Frankfurter Stadtverordneter ist, verbinden. Vielleicht sollte Herr Rhein auch noch schleunigst den Stadtteil wechseln, denn zu allem Überfluß wohnt der Minister nur etwa 150 Meter Luftlinie von eben dem Chef der NPD-Hessen, Jörg Krebs, entfernt im Stadtteil Nieder-Eschbach, in jenem Stadtteil also, in welchem die NPD bei der Kommunalwahl 2011 besonders gut abschnitt und – erstmals überhaupt - ein Mandat im dortigen Ortsbeirat errang. – Das schreit doch nun wirklich nach einem „Skandal“ allererster Güte!
NPD-Frankfurt
Beschlossen auf dem Bundesparteitag am 04./05.06.2010 in Bamberg. Dieses ...Details